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Kontaktlinsen-Lexikon

Sehkraft (Sehstärke, Sehschärfe)

Die Sehkraft des Auges bezeichnet die Fähigkeit mit den Augen Muster und Konturen in der Außenwelt wahrzunehmen. Sie ist der wichtigste messbare Parameter des Sehsinnes, der mit der Einheit "Visus" angegeben wird. Sehstärke und Sehschärfe sind alternative Bezeichnungen des Begriffs Sehkraft.

Der Visus ist altersabhängig und ist in der Augenheilkunde (Ophthalmologie) der Zielparameter des Sehsinnes, den es zu verbessern oder zu erhalten gilt. Dazu eignen sich in den meisten Fällen sowohl Brille als auch Kontaktlinsen.

Die refraktive Chirurgie (Zusammenfassung aller operativen Maßnahmen, die die Verbesserung der Gesamtbrechkraft des Auges zum Ziel haben) bietet ebenfalls die Möglichkeit die Sehkraft zu verbessern. Es sollte jedoch beachtet werden, dass Abweichungen der Sehkraft, die aufgrund einer Fehlsichtigkeit (Ametropie) beruht, nicht als Krankheit, sondern lediglich als eine genetisch bedingte Form des Auges angesehen wird. Deshalb müssen die Risiken und der Nutzen vor einem operativen Eingriff am Auge gegeneinander abgewogen werden.

Zu den am häufigsten auftretenden Abweichungen, welche die Brechkraft des Auges betreffen gehören

Verschlechterung der Sehkraft aufgrund von Alterssichtigkeit

Alterssichtigkeit beschreibt den altersbedingten Verlust der Nahanpassungsfähigkeit des Auges mittels Akkomodation (die dynamische Anpassung der Brechkraft des Auges, die für das scharfe Abbilden von Objekten auf der Netzhaut notwendig ist). Sie betrifft jeden Menschen ab einem Alter von 40 bis 50 Jahren, hat aber eine individuell unterschiedliche Ausprägung und somit eine unterschiedliche Auswirkung auf die Sehkraft eines Menschen. Dies bedeutet, dass sich jeder Mensch mit diesem Thema auseinandersetzen muss, und sich irgendwann der Frage widmen sollte, ob er sich zur Korrektur dieser Form der Fehlsichtigkeit für eine Brille oder Kontaktlinsen entscheidet.

Korrektur von Alterssichtigkeit mit Kontaktlinsen

Entscheidet man sich für Kontaktlinsen, stehen zur Korrektur der Fehlsichtigkeit verschiedene Korrekturverfahren zur Auswahl.

Je nach vorliegender Diagnose eignen sich zur Korrektur

  • das Monovisionssystem
  • Mehrstärkenlinsen
  • alternierende Kontaktlinsen
  • alternierende Kontaktlinsen mit konzentrisch aufgebauten Sehbereichen
  • simultane Mehrstärkenlinsen
  • modifizierte Monovision

Augenkrankheiten

Die Sehkraft kann auch aufgrund von Krankheiten negativ beeinflusst werden. In diesem Fall ist die fachliche Beratung eines Augenarztes unerlässlich. Bei Nichtbeachtung und Einleitung der entsprechenden Behandlungsmaßnahmen droht andernfalls der dauerhafte Verlust der Sehkraft, bis hin zum Erblinden.

Zu den am häufigsten auftretenden Augenkrankheiten gehören

  • Bindehautentzündung
  • Hornhautentzündung
  • trockene Augen
  • Liderkrankungen
  • Netzhauterkrankungen
  • Keratokonus
  • Katarakt (Grauer Star)
  • Glaukom (Grüner Star)
  • Makulaturdegeneration (trockene und feuchte Makulaturdegeneration)

Da der Mensch bis zu 80 Prozent seiner Umwelt über den Sehsinn wahrnimmt, muss bei Verdacht einer Augenkrankheit immer ein Augenarzt aufgesucht werden. Bei frühzeitigem Erkennen bestehen gute Heilungschancen. Eine regelmäßige Kontrolle beim Augenarzt ist deshalb die beste Möglichkeit eventuellen Krankheiten am Auge vorzubeugen.