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Kontaktlinsen-Lexikon

Hornhaut (Kornea)

Die Hornhaut des Auges, auch Kornea genannt, ist die gewölbte, durchsichtige äußere Haut über dem Augapfel. Mit ausreichend Tränenflüssigkeit benetzt, ist sie an der Lichtbrechung beteiligt und bietet mit einer Brechkraft von +43 Dioptrien eine der notwendigen Voraussetzungen für scharfes Sehen. Ihre Klarheit bildet dazu einen weiteren essentiellen Faktor. Deshalb wird die Hornhaut auch als das Fenster zum Augapfel bezeichnet.

Für Betroffene von Sehfehlern ist die Hornhaut von besonderer Bedeutung, da ein eventueller Astigmatismus bei der Ermittlung der passenden Brillengläser oder bei der Anpassung von Kontaktlinsen berücksichtigt werden muss. Bei Astigmatismus müssen Kontaktlinsen beispielsweise torisch sein. Besonders bei Trägern von Kontaktlinsen muss auf die optimale Benetzung der Hornhaut mit Tränenflüssigkeit geachtet werden. Durch die Pflege mit bspw. Nachbenetzungstropfen, wird der Tragekomfort gewährleistet und Krankheiten vorgebeugt.

Form und Lage der Hornhaut

Ihrer Form nach lässt sich die Hornhaut als meist horizontal elliptisches und sphärisch gewölbtes, klares Scheibchen beschreiben. Ihr Durchmesser beträgt ca. 11,7mm × 10,7mm und der Radius ihrer Wölbung hat einen Betrag von ca. 7,7mm. Kreisförmig umgeben vom Limbus wird sie von der Sklera (Lederhaut) abgegrenzt. Gemeinsam mit dieser umschließt sie den Augapfel und schützt das Auge. Hornhaut und Sklera gehören beide zur äußeren Augenhaut.

Videoinhalt: Die Funktionsweise des Auges

Aufbau der Hornhaut

Die Hornhaut besteht aus sechs voneinander abgrenzbaren Schichten. Ihnen kommen ihre jeweils eigenen Funktionen zu. Die Schichten heißen:

  • Epithel
  • Bowman-Membran
  • Stroma
  • Dua-Schicht
  • Descemet Membran
  • Endothelzellschicht

Das Epithel ist die äußere Schicht der Hornhaut. Sie dient der Abgrenzung gegenüber der Umwelt nach außen und kann bei funktionierenden Limbusstammzellen im Fall einer Verletzung schnell nachgebildet werden.

Die Bowman-Membran und das Stroma dienen der Stabilität der Hornhaut. Das Stroma macht etwa 90 Prozent der gesamten Hornhautdicke aus.

Darunter befindet sich die Dua-Schicht. Sie wurde erst im Juni 2013 vom englischen Ophthalmologen Harminder Dua entdeckt. Bei einer Dicke von nur 15 µm ist sie dennoch sehr widerstandsfähig. Sie kann einer Belastung von bis zu 2 bar ohne zu reißen standhalten.

Die sich anschließende Descemet Membran ist wegen ihrer Struktur die widerstandsfähigste, elastische Membran der gesamten Hornhaut. Sie dient dem Endothel als Schutzschicht und kann aufgrund ihrer Eigenschaften Infektionen, mechanischen und chemischen Verletzungen, sowie enzymatischer Zerstörung entgegenwirken.

Als Barriere zum Augeninneren und für die Aufrechterhaltung des Hydrationszustandes sowie den Erhalt der Klarheit der Hornhaut, dient die Endothelzellschicht. Bei Fehlfunktion der Innenzellschichten kann Wasser in die Hornhaut eindringen. Dies führt dann zu einem Verlust der Transparenz. In diesem Fall kann sie sich nicht wie das Epithel regenerieren, sondern nur mit Hilfe eines Transplantates wiederhergestellt werden.

Erkrankungen der Hornhaut und ihre Behandlungsmethoden

Die Hornhaut betreffende Krankheiten können ihrem Ursprung nach in folgende Kategorien unterteilt werden:

  • Degenerationen (formale, strukturelle und funktionelle Abweichung von der Norm, die zu einer Funktionseinschränkung führt)
  • Dytrophien (durch Fehlernährung verursachte degenerative Besonderheiten)
  • Entzündungen

Nach der entsprechenden Diagnose ist es im gegebenen Fall möglich, die erkrankte Hornhaut durch ein Spender-Transplantat in einer Hornhauttransplantation (Keratoplastik) zu ersetzen.

Hornhaut: refraktive Chirurgie

Eine aufgrund der Veränderung der Brechkraft der Hornhaut beruhende Fehlsichtigkeit kann in gewissen Grenzen mittels refraktiver Chirurgie (Zusammenfassung aller Augenoperationen, welche die Veränderung der Gesamtbrechkraft des Auges als Ziel haben) behandelt werden.

LASIK (Laser in situ Keratomileusis) ist die zurzeit am häufigsten angewandte Methode innerhalb dieses Fachgebietes. Dabei wird eine dünne Lamelle in die Hornhaut mittels eines Hornhauthobels (Mikrokreatoms) oder eines Femtosekundenlasers geschnitten, der zur Seite weggeklappt wird (Fachbezeichnung: Flap). Im Anschluss wird Gewebe der Hornhaut mit einem Laser abgetragen, was eine Veränderung der Krümmung der Hornhaut zur Folge hat. Für die Anwendung dieser Operation gibt es Richtlinien, die jedoch von Land zu Land, Klinik zu Klinik, sowie nach verwendetem Lasersystem unterschiedlich sein können. Die Werte für die mögliche Korrektur können so ein bis zwei Dioptrien höher oder niedriger ausfallen.

Die LASIK gilt indiziert für die Korrektur von:

Bei einer zu geringen Hornhautdicke ist von dieser Operation abzuraten. Als Richtwert gilt eine Restdicke von 250µm, die nach Abzug des Flaps sowie der maximalen Abtragstiefe vorhanden sein muss. Der Keratokonus (fortschreitende Ausdünnung und kegelförmige Verformung der Hornhaut) stellt somit eine eindeutige Kontraindikation für die Anwendung dieser Operation dar. Durch ihn würde die Hornhaut noch weiter geschwächt. Die Folge wäre eine Verschlimmerung der Symptome dieser Krankheit.

Als weitere für die Anwendung der LASIK ausschließende Faktoren gelten folgende Augenkrankheiten:

  • Glaukom mit Gesichtsfeldschäden
  • symptomatischer Katarakt.

[listcontent|left]Bei Allgemeinkrankheiten sollte ebenfalls von dieser Operation abgesehen werden: * Kollagenosen * Autoimmunkrankheiten * Wundheilungsstörungen [/list]

Es gilt zu beachten, dass es, aufgrund der Vorgehensweise bei den Operationsmethoden der refraktiven Chirurgie, immer zu einer Schwächung der Hornhaut kommt. Ihre verminderte Widerstandsfähigkeit bei gleichbleibendem Augeninnendruck kann zu einer Wölbungsanomalie (Keratokonus) führen. Die Folge ist eine Veränderung der Brechkraft des Auges, die im schlimmsten Fall eine Transplantation der Hornhaut notwendig macht. Deshalb gilt es im Einzelfall individuell abzuwägen, ob eine Operation die geeignete Behandlungsform darstellt, oder ob die Risiken dieses chirurgischen Eingriffs eher für das Tragen von Kontaktlinsen oder Brille sprechen. Insbesondere weil die LASIK einen operativen Eingriff an einem eigentlich gesunden Organ darstellt.

Weitere die Hornhaut betreffende Krankheiten

Descemetozelen und Staphylome sind zwei weitere Formen von Hornhautdeformität, die aufgrund unterschiedlicher Ursachen entstehen können.

Eine weitere die Hornhaut betreffende Krankheit stellt die Fuchs-Endotheldystrophie dar. Während es bei ihr zu einer Quellung kommt, führt das Sjögren-Syndrom zu ihrer Austrocknung.

Abgesehen von den genannten Erkrankungen kann die Hornhaut auch von diversen Infektionen befallen werden. Der Fachbegriff einer Hornhautverletzung durch Bakterien, Viren oder Pilze, die zu einer Entzündung führt, heißt Keratitis. Ihre Behandlung richtet sich im Einzelfall nach der jeweiligen Ursache.

Betroffene einer verletzten Hornhaut leiden in manchen Fällen unter der Wahrnehmung von Doppelbildern auf einem Auge (monokulare Diplopie). Identische Objekte werden an verschiedenen Stellen im Raum wahrgenommen.

Mögliche weitere Symptome sind: