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Kontaktlinsen-Lexikon

Heuschnupfen (Allergische Rhinitis)

Heuschnupfen wird bedingt durch eine allergische Entzündung der Nasenschleimhaut (Rhinitis). Betroffene zeigen allergische Reaktionen gegen die Eiweiße bestimmter Pollen. Weitere Erkrankungen der Atemwege, wie Entzündung der Nasennebenhöhlen (Sinusitis) und Asthma, treten bei Betroffenen als Begleiterkrankung auf. Alternative Bezeichnungen für Heuschnupfen sind Pollinose, allergischer Schnupfen und allergische Rhinitis.

Die Symptome von Heuschnupfen lassen alle Jahre wieder Millionen Menschen leiden. Insbesondere im Frühjahr, wenn die Zeit des Pollenfluges erneut beginnt, werden die Beschwerden schlimmer. Doch zählen zur allergischen Rhinitis nicht nur die saisonal bedingte, durch Pollen verursachte allergische Entzündung der Nasenschleimhaut. Auch die ganzjährige (perenniale) Rhinitis, die oftmals auf eine allergische Reaktion gegen Hausstaub zurückzuführen ist, wird dem Heuschnupfen zugerechnet. Dies stellt insbesondere für Kontaktlinsenträger ein Problem dar, da ihre Augen einer zusätzlichen Reizung ausgesetzt sind und das Tragen der Linsen oftmals unangenehm ist.

Symptome von Heuschnupfen

Den Symptomen nach ähnelt Heuschnupfen dem gewöhnlichen Schnupfen (infektiöse Rhinitis, oft verursacht durch Rhinoviren oder Adenoviren), dessen Ursache meist auf einem harmlosen Infekt beruht. Betroffene leiden unter einer verstopften oder auch laufenden Nase (aufgrund einer angeschwollenen Nasenschleimhaut), die von starkem Juckreiz in Nase, Mund oder in den Augen, in manchen Fällen sogar von einem Brennen auf der Zunge oder der Mundschleimhaut, begleitet wird. Durch die ständige Reizung der Schleimhäute treten oft unangenehme Niesattacken auf.

Die Reizung der Augen verleitet Betroffene von Heuschnupfen häufig dazu dem Juckreiz durch Reiben entgegenzuwirken. Dies sollte unbedingt vermieden werden, da das Reiben zu einer Verletzung der Hornhaut führen kann. Als Folge kann bei Betroffenen eine Bindehautentzündung (Konjunktivitis) entstehen, die besonders für Kontaktlinsenträger unangenehme Folgen hat. Auf das Tragen der Kontaktlinsen muss bis zum vollständigen Abklingen der Erkrankung verzichtet werden. Betroffene sollten auf eine intensive Kontaktlinsenpflege und -reinigung sowie Augenpflege achten. Dies wirkt sich positiv auf die Beschwerden aus.

Abgesehen von diesen Symptomen berichten Betroffene von Heuschnupfen außerdem von

  • Antriebslosigkeit und Niedergeschlagenheit
  • Kopf und Gliederschmerzen

Behandlung von Heuschnupfen

Betroffene von Heuschnupfen sollten grundsätzlich versuchen, die festgestellten Allergene zu meiden. Außerdem sollte eine ärztliche Behandlung des Heuschnupfen frühzeitig erfolgen, denn so kann Heuschnupfen häufig für Jahre unterbunden und der Entstehung von Bronchialasthma entgegengewirkt werden. Allgemein führt die möglichst früh begonnene Behandlung dazu Kreuzalleregien zu vermeiden. Kreuzallergien sind Allergien, die bei Erwachsenen allergische Reaktionen gegen weitere Stoffe bewirken und die den Heuschnupfen häufiger und intensiver auftreten lassen.

Inhalt des Videos:

  • Was ist Heuschnupfen eigentlich?
  • Dürfen Kontaktlinsen bei Heuschnupfen getragen werden?
  • Wann sollte man lieber auf Kontaktlinsen verzichten?
  • Was kann man generell gegen Heuschnupfen machen?

Zur Linderung der meist schon im Kindheitsalter entstehenden Erkrankung bieten sich diverse Medikamente, die jedoch nur auf die Symptome einwirken. Meist sind dies Antihistaminika und Kortisonpräparate die, sowohl örtlich als auch innerlich angewendet, zu einer Verbesserung des Wohlbefindens führen.

Die eigentliche Ursache von Heuschnupfen bekämpfen sie jedoch nicht. Abhängig von dem Stoff, auf den der Betroffene allergisch reagiert (Allergen), tritt die Erkrankung abhängig von der Art der Pollenallergie, dem Pollenflugkalender entsprechend auf. Zur Verbesserung des Wohlbefindens bietet die Desensibilisierung eine Möglichkeit, die im besten Fall zur kompletten Heilung führt. Die meist drei Jahre dauernde allergenspezifische Immuntherapie (ASIT), bei der dem Betroffenen Spritzen, Tropfen oder Tabletten verabreicht werden, kann zur Heilung von allergischen Erkrankungen führen. Sie muss jedoch regelmäßig wiederholt werden, um wirksam zu sein. Akupunktur soll sich ebenfalls positiv auf den Verlauf und die Heftigkeit vom Heuschnupfen auswirken.

Kontaktlinsenträger sollten deshalb

  • besser Tageslinsen nutzen, da diese täglich hygienisch frisch aus der Packung kommen und ein intensiver Kontakt mit den Pollen vermieden werden kann.
  • besser weiche Kontaktlinsen als harte-formstabile Kontaktlinsen nutzen, die vom Auge meist besser akzeptiert werden und eine bessere Sauerstoffversorgung des Auges gewährleisten können.
  • Nachbenetzungstropfen benutzen, um einen optimalen Tragekomfort zu erreichen. (Heutzutage gibt es sogar Nachbenetzer, die leichte Reiniger enthalten. Die Kontaktlinsen werden automatisch beim Tragen durch Ausführen eines Liedschlags gereinigt. Die Kontaktlinsenporen bleiben so frei von Pollen und werden direkt aus dem Auge heraus gespült.)
  • dennoch mehrmals täglich ihre Kontaktlinsen manuell reinigen. (Durch vorsichtiges Reinigen der Kontaktlinsen mit der Fingerkuppe in der Handfläche unter Verwendung einer Kombilösung kann Pollenstaub entfernt werden sowie der Flüssigkeitshaushalt der Linse erhöht werden. Direkt im Anschluss sind die Kontaktlinsen wieder zum einsetzen bereit.)
  • in hellen Lichtsituationen Sonnenbrillen verwenden. Sie dienen als Schutzschild gegen den Pollenflug und sollten täglich gereinigt werden. Die sich absetzenden Pollen können so ganz einfach entfernt werden.
  • bei der Anwendung antiallergischer Augentropfen auf ihre Verträglichkeit für die verwendeten Kontaktlinsen prüfen. Oft sind sie dies nicht, was zu einer dauerhaften Schädigung der Linsen führen kann.