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Kontaktlinsen-Lexikon

Augenarzt

Das Fachgebiet des Augenarztes ist die Augenheilkunde. In Deutschland bedarf es für die berufliche Ausübung dieser Teildisziplin der Medizin einer fünfjährigen Weiterbildung. Der werdende Augenarzt wird dabei in der Lehre der Erkrankungen und Funktionsstörungen des Sehorgans und seiner Anhangsorgane, sowie des Sehsinnes eingeführt. Deren medizinische Behandlung stellt ein Hauptanliegen der Fachausbildung zum Augenarzt dar. Die Korrektur mittels Kontaktlinsen oder Brille bildet einen Teilbereich.

Obwohl die Fachdisziplin der Augenheilkunde den chirurgischen Teildisziplinen zugerechnet wird, stehen dem Augenarzt für die Behandlung auftretender Erkrankungen und Funktionsstörungen wirksame Medikamente und Hilfsmittel, wie Sehhilfen, zur Verfügung.

Behandlungsgebiete des Augenarztes

Die Abweichungen der optischen Abbildung (Ametropien) sowie der optischen Nahanpassungsfähigkeit (Akkomodation) des Auges sind nur zwei der Krankheiten, die von einem Augenarzt behandelt werden.

Die folgenden Ametropien gelten allerdings als physiologische Varianten, die keine eigentliche Erkrankung darstellen:

Störungen der Akkomodation hingegen werden als tatsächliche Krankheiten des Auges gewertet. Diese sind:

  • physiologische Alterssichtigkeit (Presbyopie)
  • Verlust der natürlichen Linse (Aphakie)
  • isolierte, innere Okulomotoriusparese mit absoluter Pupillenstarre und Akkommodationslähmung (Ophthalmoplegia interna)
  • Hyper- und Hypoakkommodation mit und ohne gestörtem AC/A-Quotient

Behandlung von Fehlsichtigkeiten

Sowohl Ametropien, als auch Störungen der Akkomodation werden mittels Brille, und seit 1948 auch mit Kontaktlinsen, korrigiert. Kevin Tuohy stellte damals die erste vollständig aus Polymethylmethacrylat (PMMA) bestehende, die Hornhaut bedeckende Kontaktlinse her. Seheinschränkungen können auf diese Weise meist behoben oder zumindest verringert werden.

Bei der Verwendung von Kontaktlinsen gilt es einige Aspekte zu beachten. Kontaktlinsen können nicht nur von Augenärzten, sondern auch von Augenoptikern angepasst werden. Bei gesunden Augen ist er oftmals der bessere Ansprechpartner.

Kontaktlinsen: Augenarzt oder Augenoptiker?

Der technische Umgang mit den zur Anpassung notwenigen Geräten sowie die Vorgehensweise bei der Anpassung von Kontaktlinsen oder Brille ist das Spezialgebiet des Augenoptikers. Routiniert arbeitet er täglich in diesem Bereich und kann so auf den jeweiligen Kunden individuell eingehen. Er hilft bei der fachgerechten Anpassung, die zwingend erforderlich ist, und hat die Möglichkeit, sich ausreichend Zeit für die Beratung sowie die Anpassung zu nehmen. Außerdem können so lange Wartezeiten umgangen werden, die ein Arztbesuch mit sich bringen kann.

Ein Augenarzt hat eine medizinische Fachausbildung und ist der Spezialist der Augenheilkunde. Im akuten Krankheitsfall ist es unerlässlich ihn aufzusuchen. Nur er kann die Entscheidung für die entsprechende Behandlung treffen. Er ist der Fachmann für medizinische Angelegenheiten und sollte trotz eventueller Wartezeiten die erste Wahl sein.