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Kontaktlinsen-Lexikon

Auge - Kontaktlinsen

Das Auge ist ein Sinnesorgan, das Lebewesen das Sehen ermöglicht. Das Sehen geschieht mit Hilfe von Fotorezeptoren. Diese sind lichtempfindliche Nervenzellen, die durch die unterschiedlichen Wellenlängen elektromagnetischer Strahlung aus dem sichtbaren Spektrum erregt werden. Bei Wirbeltieren werden diese Nervenimpulse über die Sehnervenbahnen zum Sehzentrum des Gehirns geleitet. Das sichtbare Spektrum ist bei den unterschiedlichen Lebewesen, den Anforderungen des jeweiligen Organismus entsprechend, verschieden ausgeprägt.

Videoinhalt: Aufbau und Funktion des Auges

Das Auge des Menschen

Der Mensch gehört unter biologischem Gesichtspunkt zur Klasse der Wirbeltiere. Die Augen sind bei Wirbeltieren sehr empfindliche und teils hoch entwickelte Sinnesorgane. Den Anforderungen des jeweiligen Lebewesens an eine Orientierung in seiner Umwelt mit Hilfe des Sehsinnes entsprechend, sind die einzelnen Funktionen unterschiedlich ausgeprägt. So unterscheiden sich bei WIrbeltieren die Ausprägung der Sehschärfe, des Gesichtsfelds und der Wahrnehmung von Farben .

Der Aufbau des Auges

Dem Aufbau nach wird das Auge in drei Untereinheiten gegliedert:

  • den Augapfel (lat. Bulbus oculi, griech. Ophthalmos)
  • die Anhangsorgane des Auges (Tränenapparat, Augenmuskel, Bindehaut und Augenlider)
  • die Sehbahn (die Verbindung des optischen Systems vom Auge zum Gehirn über Nervenbahnen/Nervenzellen)

Die Hülle des Augapfels besteht aus drei konzentrisch (kreisförmig) angeordneten Schichten, denen jeweils ihre eigene Funktion zukommt. Innerhalb dieser drei Schichten liegt im Innenraum des Augapfels der Glaskörper sowie die Linse. Der Innenraum wird in vordere und hintere Augenkammer unterteilt.

Die äußere Augenhaut

Die äußere Augenhaut wird in einen Abschnitt untergliedert, durch den das Licht ins Auge fällt. Dies ist die durchsichtige Hornhaut (Kornea), die normaler Weise fortwährend mit Tränenflüssigkeit benetzt wird. Kontaktlinsen werden auf die Honhaut aufgesetzt. Dort schwimmen sie im optimalen Fall durchgängig auf dem Tränenfilm.

An die Hornhaut schließt sich die Lederhaut (Sclera) an. Sie macht den größeren Teil der äußeren Augenhaut aus und ist mit den äußeren Augenmuskeln verbunden. Die äußeren Augenmuskeln bewegen das Auge in der Augenhöhle. Im Bereich der vorderen Augenkammer wird die Lederhaut von der Bindehaut (Konjunktiva) bedeckt.

Die mittlere Augenhaut

Die mittlere Augenhaut wird in drei Abschnitte unterteilt.

  • Die Aderhaut (Choroidea)ist, wie der Name schon sagt, mit feinen Blutgefäßen durchzogen, die die anliegenden Schichten mit Sauerstoff und anderen Nährstoffen versorgen.
  • Der Ziliarkörper (Corpus Ciliare) schließt sich von vorne direkt an die Aderhaut an. Er dient der Aufhängung der Linse und deren Akkomodation (Anpassung der Brechkraft des Auges, damit Objekte in unterschiedlicher Entfernung scharf auf der Netzhaut abgebildet werden)
  • Im vordersten Abschnitt schließt die Regenbogenhaut (Iris) an. Die Regenbogenhaut bildet die Pupille. Die Pupille ist vergleichbar mit der Blende einer Kamera. Sie regelt den Lichteinfall (Adaption). Bei hellem Licht ist die Pupille weniger geöffnet und kleiner, bei dunklem Licht weiter geöffnet und größer. Die Augenfarbe wird ebenfalls von der Regenbogenhaut verursacht. Kontaktlinsen werden auf die Hornhaut über der Pupille aufgesetzt und verändern so die Brechung der von einem betrachtetem Objekt aus in das Auge gelangenden Lichtstrahlen. Bei einer Fehlsichtigkeit werden die Lichtstrahlen mit Hilfe der Kontaktlinsen so gebrochen, dass sie gebündelt auf die Netzhaut treffen, wie es im optimalen Fall ohne Sehhilfe möglich wäre.

Die innere Augenhaut

In der inneren Augenhaut sind die Lichtsinneszellen (Photorezeptoren) angesiedelt. Der Sehnerv verlässt von der inneren Augenhaut das Auge. Dort, wo er das Auge verlässt, befindet sich der Blinde Fleck (dort befinden sich keine Lichtsinneszellen; das Gesichtsfeld ist an dieser Stelle eingeschränkt).

Glaskörper

Vom Glaskörper wird die Kugelform des Auges aufrecht erhalten. Er ist eine gelartige, durchsichtige Substanz, die sich im Inneren des Auges zwischen Linse und Netzhaut befindet und ist zu einem kleinen Teil beteiligt an der Lichtbrechung des Auges.

Brechende Medien

Das Licht, das in das Auge einfällt muss gebündelt auf die Netzhaut treffen, um ein Objekt scharf wahrnehmen zu können. Daran sind die folgenden drei optisch wirksamen Bestandteile beteiligt:

  • die Hornhaut
  • die Linse
  • das Kammerwasser
  • der Glaskörper

Je nach Bauweise des Auges, von Lebewesen zu Lebewesen verschieden, haben die einzelnen Bestandteile der brechenden Medien (Dioptischer Apparat) unterschiedlichen Anteil an der Lichtbrechung. Den größten Anteil hat bei allen Wirbeltieren die Hornhaut, gefolgt von der Linse. Die Brechkraft wird in der Einheit Dioptrie (Dpt.) angegeben.

Die Anhangsorgane

Als Anhangsorgane des Auges werden folgende vier Bestandteile am Auge bezeichnet:

  • der Tränenapparat
  • die Augenmuskeln
  • die Bindehaut
  • die Augenlider

Ihnen kommt ihre jeweilige eigene Aufgabe zu, die für die Funktion des Auges wichtig sind.

Der Tränenapparat

Der Tränenapparat gliedert sich in:

  • Tränendrüse (produziert die Tränenflüssigkeit)
  • Tränenwege (in den Kanälen wird die Tränenflüssigkeit zu- und abgeleitet)

Die vorderen Augenabschnitte werden mit Hilfe der Tränenflüssigkeit und den Transportwegen mit Nährstoffen und Energie versorgt und gereinigt. Sie wirkt außerdem schützend für die Hornhaut.

Für Kontaktlinsenträger ist die störungsfrei Produktion und Verteilung der Tränenflüssigkeit seh wichtig. Ist die Tränenflüssigkeit qualitativ oder quantitativ mangelhaft oder funktioniert ihr Transport nicht einwandfrei, kommt es zu Problemen beim Tragen von Kontaktlinsen.

Die resultierenden Probleme bei gestörter Funktion betreffen zum Einen den Tragekomfort von Kontaktlinsen. Sind sie zu trocken, werden sie als Fremdkörper wahrgenommen und es kann zu Reizungen im Auge kommen. Wird einer Benetzungsstörung nicht entgegengewirkt, besteht außerdem das Risiko, dass sich die Reizung zu einer Bindehautentzündung oder anderen Augenentzündung ausweitet.

Zum Anderen besteht das Risiko, dass es bei nicht einwandfreier Benetzung zu Sauerstoffmangel (Hypoxie) im Auge kommt. Für die Sauerstoffversorgung der Hornhaut ist es bei Kontaktlinsen wichtig, dass sie von Tränenflüssigkeit unterspült und benetzt sind. Sauerstoffmangel hat weitreichende Folgen für die Funktion des Auges und die Wahrnehmung scharfer Bilder.

Kontaktlinsen entziehen dem Auge aufgrund ihrer Materialeigenschaften Feuchtigkeit, um den eigenen Feuchtigkeitshaushalt zu regulieren. Diese beziehen sie, vom jeweiligen Kontaktlinsenmaterial abhängig, aus der Tränenflüssigkeit. Mit Nachbenetzungsmitteln, lässt sich ein quantitativer Mangel recht einfach ausgleichen.

Die äußeren Augenmuskeln

Das menschliche Auge verfügt über sechs äußere Augenmuskeln, die dazu dienen die Augen in die unterschiedlichen Richtungen drehen zu können. Dadurch ist es möglich ein Objekt im Außenraum zu fixieren. Außerdem wird durch die Augenmuskeln und die daraus resultierende Bewegungsmöglichkeit das Blickfeld vergrößert.

Die Bindehaut

Die Bindehaut (Konjunctiva) ist eine Schleimhaut in der Augenhöhle im vorderen Augenabschnitt. Sie überzieht die Innenseite der Augenlider und dient dazu die Tränenflüssigkeit beim Lidschlag auf der Hornhaut zu verteilen. Sie ist für Kontaktlinsen von Bedeutung, da sie diese bei Ausführung eines Lidschlages mit Tränenflüssigkeit benetzt.

Die Augenlider

Die Augenlider bestehen aus Muskeln, Bindegewebe und Haut. Sie können das Auge vollständig bedecken und schützen es mittels des Lidschlussreflexes vor äußeren Einwirkungen und Fremdkörpern. Bei jedem Lidschlag benetzen sie die Hornhaut und halten sie so sauber und feucht. Die Wimpern an Ober- und Unterlid dienen dem Auge ebenfalls als Schutz.

Die Sehbahn

Mit Sehbahn werden alle Übertragungsleitungen bezeichnet, die die Augen mit dem Gehirn verbinden. Die Netzhaut im Auge und der Sehnerv zählen ebenfalls zur Sehbahn:

  • die Netzhaut (Retina)
  • der Sehnerv (bestehend aus einem Teil im Augapfel, einem Teil in der Augenhöhle und einem Teil im Schädel)
  • der Tractus opticus (die Weiterführung des Sehnervs)

Die Netzhaut

Die Netzhaut besteht aus einer lichtempfindlichen Struktur von Nervengewebe. Sie befindet sich an der hinteren und seitlichen Innenseite des Auges. Neben dem lichtempfindlichen Nervengewebe besteht sie zu einem Teil aus Nervenzellen, die der Verarbeitung und Weiterleitung der durch Licht erzeugten Impulse dienen.

Der größte Teil der Netzhaut ist mit Sinneszellen bedeckt. Scharfsehen entsteht jedoch nur innerhalb eines kleinen Bereichs auf der Netzhaut. Dies ist der sogenannte Gelbe Fleck (Netzhautgrube), wo die Zapfenzellen angesiedelt sind. Sie sind zum einen für das Kontrast- und auch das Farbsehen zuständig Dort werden die Lichtstrahlen scharf abgebildet, die von einem fixierten Objekt ausgehen.

Im Außenbereich sind die Stäbchenzellen angesiedelt, die für Schwarzweißsehen, Grausehen, Dämmerungs- und Nachtsehen, sowie für Bewegungswahrnehmungen zuständig sind.

Für die Wahrnehmung eines scharfen Bildes muss das von einem Objekt ausgehende Licht gebündelt auf die Netzhaut treffen. Dabei werden die Lichtstrahlen zuerst von der Hornhaut gebrochen. Dann werden die durch die Pupille kommenden Lichtstrahlen von der Augenlinse gebrochen, bevor sie durch den Glaskörper im Augeninneren hindurch auf der Netzhaut landen. Der Glaskörper ist zu einem kleinen Anteil ebenfalls an der Lichtbrechung beteiligt.