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Kontaktlinsen-Lexikon

Allergie

Als Allergie wird eine übermäßige Abwehrreaktion des Immunsystems auf bestimmte Umweltstoffe (Allergene) bezeichnet. Meist treten die Symptome mit entzündlichen Prozessen gemeinsam auf.

Dies kann insbesondere für Träger von Kontaktlinsen zum Problem werden. Reagiert man auf den Grundstoff einer Kontaktlinse allergisch, sollte ein Produkt mit einer anderen Zusammensetzung ausprobiert werden. Bei einer festgestellten Unverträglichkeit gegen Silikon eignen sich beispielsweise Linsen, die Hyaluron enthalten. Diese wirken sich positiv auf den natürlichen Tränenfilm aus und helfen so mit jedem Lidschlag das Auge zu befeuchten.

In diesem Zusammenhang sollten auch biokompatible Materialien erwähnt werden. Diese werden häufig in der Medizin angewandt, da sie sich durch eine besonders gute Gewebeverträglichkeit auszeichnen und so vom Körper akzeptiert und nicht abgestoßen werden. Der künstlich hergestellte jedoch körpereigene Stoff Phosphorylchlorin (PC) beispielsweise kommt in menschlichen, tierischen und pflanzlichen Zellen vor und wird vom Körper anerkannt. Seine Verwendung in Kontaktlinsen bietet außerdem den Vorteil, dass er aufgrund seiner Eigenschaften elektrisch neutral ist und so der Ablagerung von Eiweißen und Fetten aus dem Tränenfilm entgegengewirkt. Wie das ebenfalls körpereigene Hyaluron besitzt auch dieser Stoff die hohe Fähigkeit Wasser zu binden. So hilft auch Phosphorylchlorin eine dauerhafte Benetzung der Kontaktlinsenoberfläche zu gewährleisten.

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Unter Umständen können jedoch auch andere Stoffe, wie beispielsweise Konservierungsmittel in den Linsenpflege- und Linsenreinigungsmitteln, am Auftreten einer Allergie beteiligt sein. Die einfache Lösung dieses Problems kann mit einem Wechsel des Pflege- und Reinigungsmittels verbunden sein. Um den optimalen Tragekomfort der Kontaktlinsen zu gewährleisten, gibt es für Betroffene Produkte, die gut verträglich sind. Symptome wie eine gerötete und verhärtete Bindehaut, starkes Brennen und Juckreiz können auch auf eine falsche Anpassung oder einen qualitativ oder quantitativ mangelnden Tränenfilm zurückzuführen sein. Ein Arztbesuch kann Gewissheit verschaffen. Mit einem Allergietest kann der Arzt eine vermutete Allergie bestätigen und die individuellen Kontaktlinsen gegebenenfalls neu anpassen. So kann beispielsweise eine Bindehautentzündung mit anderer Ursache ausgeschlossen werden.

Symptome von Allergien

Die Ausprägung einer allergischen Reaktion kann von Mensch zu Mensch sowie Stoff zu Stoff unterschiedlich sein. Während manche Betroffene von verhältnismäßig milden Erscheinungen berichten, kommt es häufig auch zu einer schwerwiegenden Reaktion, die sogar ein lebensbedrohliches Ausmaß annehmen kann.

Unter den typischen Symptomen stellen Heuschnupfen (allergische Rhinitis) und Hautausschlag lediglich zwei Formen von Reaktionen dar. Von Überempfindlichkeit und Allergien sind zumeist folgende Körperpartien betroffen:

  • die Schleimhäute (Nasenschleimhaut, sowie Mundschleimhaut),
  • die Atemwege (Asthma bronchiale),
  • der Verdauungstrakt (Gastrointestinaltrakt mit Erbrechen, Durchfällen, insbesondere bei Kleinkindern und Säuglingen)
  • systemisch als akuter Notfall (anaphylaktischer Schock)

Wird eine Allergie nicht erkannt und behandelt, kann es zu einem sogenannten Etagenwechsel (auch mit engl. allergic march bezeichnet) kommen. Diese Symptomänderung ist oftmals mit einer Verschlimmerung der Symptome im Laufe des Lebens verbunden. Des Weiteren besteht die Gefahr einer Kreuzallergie. Darunter versteht man, dass gegen ein bestimmtes Allergen gerichtete Antikörper, auch andere Allergene aus anderen Allergenquellen erkennen und gegen sie aktiv werden.

Es besteht ebenfalls die Gefahr, dass eine Pollenallergie (äußert sich oftmals als Heuschnupfen) mit einer Asthmaerkrankung endet. Träger von Kontaktlinsen sind insofern betroffen, da Pollen Augenjucken verursachen können und das Tragen von Linsen unangenehm oder gar unmöglich wird. Nachbenetzungslösungen sowie die tägliche mehrmalige Reinigung können die Symptome lindern. Zusätzlich besteht die Möglichkeit lokal angewandte Antihistamine in Form von antiallergischen Augentropfen zu verwenden. Auf ihre Verträglichkeit mit Kontaktlinsen muss jedoch unbedingt geachtet werden. Sonst besteht die Gefahr die Linse dauerhaft zu schädigen. Tageslinsen bieten den Vorteil, morgens die frischen von Pollen unbelasteten Linsen einsetzen zu können. So kann der Reizung der Augen entgegengewirkt werden.

Ursachen von Allergien

Es ist auffällig, dass in den Industrienationen in den letzten Jahrzehnten eindeutig ein Anstieg der Häufigkeit von allergischen Erkrankungen festgestellt wurde. Die Gründe dafür konnten jedoch bis jetzt noch nicht eindeutig ausfindig gemacht werden. Kinder, bei denen ein oder beide Elternteile eine Allergie haben, sind einem erhöhten Risiko an einer Allergie zu erkranken ausgesetzt. Dafür kann jedoch nicht ein bestimmtes Gen verantwortlich gemacht werden. Es sind mehrere Gene, die ihren Anteil an der Entstehung einer Allergie beteiligt sein sollen. Auch für die unterschiedlichen Krankheitsformen wie beispielsweise Asthma oder Atopische Dermatitis sind unterschiedliche Gene verantwortlich.

Mögliche Ursache Hygienemaßnahmen

Eine Hypothese führt den Anstieg der Häufigkeit von Allergien in westlichen Industrienationen auf übertriebene Hygienemaßnahmen zurück. Kommen Kinder in jungen Jahren (insbesondere in den ersten Lebensmonaten) nicht in Kontakt mit bestimmten Bakterien, so soll dies das Risiko an einer Allergie zu erkranken erhöhen.

Mögliche Ursache Feinstaubbelastung

Ein weiterer Ansatz macht die Verschmutzung der Umwelt mit Dieselrußpartikeln (auch Feinstaub genannt) mitverantwortlich. Hauptallergene (wie das der Birke) heften sich an diese an und gelangen in tiefere Lungenabschnitte. Die Dieselrußpartikel sollen als „Träger“ der Allergene unterstützend wirken und eine Sensibilisierung gegen bestimmte Allergene fördern.

Mögliche Ursache Zunahme von Pollenflug

Die Zunahme des Pollenflugs wird in einer anderen Hypothese für Allergien verantwortlich gemacht. Zurückgeführt wird sie auf eine Stressreaktion der Bäume auf die Erwärmung der Erde oder die angestiegene Schadstoffbelastung. Es ist das angestiegene Aufkommen von Allergenen, die Schuld an dieser Entwicklung sein sollen. Besser isolierte Häuser, die eine erhöhte Milbenexposition zur Folge haben sowie der Konsum exotischer Lebensmittel (beispielsweise Kiwis), stehen ebenfalls unter Verdacht beteiligt zu sein.

Mögliche Ursache Darmflora

Einige Forscher vermuten eine Veränderung der Darmflora als ursächlich beteiligt. Antibiotika und moderne Ernährungsgewohnheiten könnten dafür verantwortlich sein. Eine andere Annahme sieht in Probiotika einen Allergien fördernden Effekt.

Mögliche Ursache veränderte Lebensgewohnheiten

Die veränderten Lebensgewohnheiten allgemein stehen ebenfalls unter Verdacht Anteil an dieser Entwicklung zu haben. Kinder, die kürzer oder überhaupt nicht gestillt werden leiden beispielsweise an einem höheren Allergierisiko. Der Kontakt von Müttern zu Tieren, Getreide oder Heu während der Schwangerschaft soll sich ebenfalls positiv gegen die Entstehung von Allergien auswirken. Die Kinder dieser Mütter leiden im späteren Leben seltener an allergischen Atemwegs- und Hauterkrankungen. Es ist jedoch besonders der immer wiederkehrende Kontakt mit Nutztieren oder Getreide, der eine positive Wirkung haben soll.